
ACHTUNG, ACHTUNG, EINE DURCHSAGE!  Diese hier gilt Ihnen: Sie werden gebeten, aus dringendem Anla in die Kabine Nummer 1011 zu kommen. 


Schauen Sie mal auf die Uhr. Tatschlich, es ist zwei Uhr morgens. Nicht gerade die geeignete Zeit, um friedliebende Passagiere nach irgendwelchen Raub- & Mordgeschichten auszuhorchen....  Ein Vorschlag deshalb, den Sie kaum ablehnen knnen: Gehen Sie mal fr mindestens vier Stndchen schlafen. In der Zeit passiert bestimmt nichts. Und solange das Schiff auf See ist, knnen ihnen die Bsewichter sowieso nicht entkommen.  Gute Nacht also! 


Einen wunderschnen, guten Morgen!  Nach einer kurzen Nacht mit reichlich wirren Trumen sind Sie wieder wach. Sie wissen: Groe Aufgaben warten auf Sie. Und viel Zeit bleibt Ihnen nicht mehr, denn die MS " copo" wird voraussichtlich um 17.00 Uhr in Southampton eintreffen, wenn nicht das Wetter dem Kapitn einen Strich durch die Rechnung macht.  Also auf an's Werk! 


ACHTUNG, ACHTUNG, EINE DURCHSAGE!  Guten Morgen, verehrte Passagiere. Es ist jetzt 8.00 Uhr Bordzeit. Das Frhstck wird serviert.  Wir wnschen Ihnen einen schnen Tag!  Ich wiederhole: Es ist 8.00 Uhr Bordzeit. Das Frhstck wird serviert in beiden Restaurants von 8.00 Uhr bis 10.00 Uhr. Vielen Dank fr Ihre Aufmerksamkeit! 


ACHTUNG, ACHTUNG, EINE DURCHSAGE!  Wir bitten alle Sportbegeisterten zur Gymnastik mit Gisela auf das Sportdeck. Heute haben Sie zum letzten Mal die Gelegenheit, an der Gymnastik teilzunehmen. Gisela erwartet Sie jetzt auf dem Sportdeck.  Ich wiederhole: Jetzt beginnt auf dem Sportdeck die Gymnastik mit Gisela fr alle sportbegeisterten Kreuzfahrt- teilnehmer. Vielen Dank fr Ihre Aufmerksamkeit! 



ACHTUNG, ACHTUNG, EINE DURCHSAGE!  Von 9.00 Uhr bis 10.00 ist das Bro der Reiseleitung geffnet. Karten fr den Landausflug "K" - London bei Nacht - sind noch bei der Reiseleitung erhltlich.  Ich wiederhole: Das Bro der Reiseleitung ist von jetzt bis 10.00 Uhr geffnet.  Vielen Dank fr Ihre Aufmerksamkeit! 


ACHTUNG, ACHTUNG, EINE DURCHSAGE!  Das Tontaubenschieen auf dem Achterdeck mu wegen des strmischen Wetters leider ausfallen.  Ich wiederhole: Das Tontauben- schieen auf dem Achterdeck fllt wegen des strmischen Wetters leider aus.  Vielen Dank fr Ihre Aufmerksamkeit! 


ACHTUNG, ACHTUNG, EINE DURCHSAGE!  Verehrte Passagiere - es ist jetzt 13.00 Uhr. In beiden Restaurants wird das Mittagessen serviert.  Ich wiederhole: Es ist nun 13.00 Uhr. In beiden Restaurants wird das Mittagessen serviert.  Vielen Dank fr Ihre Aufmerksamkeit! 


ACHTUNG, ACHTUNG, EINE DURCHSAGE!  Verehrte Fahrgste! Von 15.00 Uhr bis 16.00 Uhr ist das Bro der Kreuz- fahrtleitung im vorderen Treppenhaus geffnet. Passagiere, die die Karten fr den Ausflug "K" - London bei Nacht - gebucht haben, werden gebeten, ihre Karten abzuholen.  Alle Passagiere, die das Schiff in Southhampton bereits verlassen, werden gebeten, ihre Koffer eine Stunde vor der Ankunft vor die Kabinentr zu stellen.  Ich wiederhole: Das Bro der Kreuz- fahrtleitung ist von 15.00 Uhr bis 16.00 Uhr geffnet.  Vielen Dank fr Ihre Aufmerksamkeit! 


ACHTUNG, ACHTUNG, EINE DURCHSAGE!  Es ist 15.00 Uhr. Tee und Gebck wird fr alle Passagiere im groen Restaurant serviert.  Ich wiederhole: Es ist 15.00 Uhr. Tee und Gebck wird fr alle Passagiere im groen Restaurant serviert.  Vielen Dank fr Ihre Aufmerksamkeit! 


ACHTUNG, ACHTUNG, EINE DURCHSAGE!  Alle Passagiere, die in Southampton das Schiff verlassen, werden gebeten, ihr Gepck auf den Korridor zu stellen. Fr den Transport nach London vergessen Sie nicht den BLAUEN Kofferanhnger mit Ihrem Namen und Ihrer Adresse an den Gepckstcken festzumachen.  Ich wiederhole: Die Passagiere, die das Schiff in Southampton verlassen, werden gebeten, ihr Gepck vor die Kabinentr zu stellen.  Vielen Dank fr Ihre Aufmerksamkeit! 


ACHTUNG, ACHTUNG, EINE DURCHSAGE!  Das Schiff wird in kurzer Zeit im Hafen von Southampton festmachen. Wir bitten alle Passagiere, die das Schiff zur Abreise oder zur Teilnahme am Landausflug "K" verlassen wollen, zum Ausstieg an die Steuerbordseite des Schiffes zu kommen.  Ich wiederhole: Alle Passagiere, die das Schiff in Southampton verlassen wollen, werden gebeten, sich am Ausstieg an der Steuerbordseite des Schiffes einzufinden.  Vielen Dank fr Ihre Aufmerksamkeit! 


Auf dieser Fahrt haben wir eigentlich ein wirklich tolles Publikum. Nette Fahrgste wie selten. Aber ein Dauergast ist dabei, der macht uns eigentlich immer etwas rger. Heino Frerkens kennen Sie sicher. Diesmal hat es zwar noch nichts gegeben, auf auf der letzten Fahrt, bei der er uns beglckt hat, hat er einigen Wirbel verursacht. Frerkens ist auerordentlich jhzornig, mssen Sie wissen. Sonstige Sorgenkinder? Vielleicht noch der Wacker. Der ist stndig voll und belstigt dann die Mdchen in der Bar. Er glaubt dann immer, er sei zu Hause in seiner Stammkneipe. 


Sie wollen von mir wissen, wo ich zwischen neun und elf Uhr gewesen bin. Ganz einfach: Bis um halb zehn war ich in der Bar, zusammen mit Frau Lneberg und Frau Dichter. Das knnen die sicher besttigen. Dann bin ich in meine Kabine gegangen um mir ein Schnupftuch zu holen, dann bin ich, so gegen zehn wieder zurck in die Nachtbar gegangen.  Aber wenn ich Ihnen mal was sagen soll - ich finde die Lola Greter ausgesprochen verdchtig. Stndig fragt sie die Leute aus, will alles wissen. Wozu frag ich mich, wozu? 


Ich bin zusammen mit Sonja nach dem Abschiedsabend gleich nach hinten in die Nachtbar gegangen. Da sa schon Herr Frerkens. Ein bezaubernder Mensch.Wir haben uns prchtig unterhalten, bis er dann nach vorn ging. Das war kurz nach neun. Spter, irgendwann kurz vor zehn, ist er wiedergekommen und wir haben weiter zusammengesessen. 


Ursula und ich, wir waren erst bei dem wirklich bezaubernden Abschieds- abend, dann sind wir nach hinten in die Bar gegangen. Zusammen mit Herrn Frerkens haben wir da gesessen und dem Helmut zugehrt. Etwa um neun ist Herr Frerkens gegangen. Ich bin dann um kurz vor zehn noch mal aufs Deck gegangen, um Frischluft zu schnappen und dann in die Kabine, weil ich mde war. Ursula ist noch lnger fortgeblieben." 


"Das sowas htte passieren knnen, das htte ich wirklich nicht gedacht. Aber Verrckte gibt es ja nun wirklich genug hier auf dem Schiff. Haben Sie mal den Katastrophsky beobachtet, so auf Landausflgen? Stndig hpft der mit seinem Fotoapparat rum, murmelt was von tollen Perspektiven und phantastischem Licht. Ob der berhaupt was hat von seinem Ausflug? Im besten Fall sieht der doch erst zuhause bei seinen entwickelten Filmen, wo er berhaupt gewesen ist.." 


"Ich mu Ihnen da was ausgesprochen merkwrdiges erzhlen: Ich war so gegen zehn noch mal oben an der frischen Luft und will dann in meine Kabine gehen. Da kommt mir unten im Treppenhaus der Herr Minke entgegen... So schnell hab' ich den noch nie laufen sehen. Ja, das war genau um viertel nach zehn. Ich hab da kurz vorher auf die Uhr gesehen." 


"Was sagen Sie da? Schwimmbecken? Das ist eine ganz ble Wanne, sag ich Ihnen. Ich habe heute morgen versucht, da ein wenig zu schwimmen. Ich bin an sich kein schlechter Schwimmer, aber in diesem komischen runden Ding, das schwappt so, da man sich kaum halten kann und fix mal gegen die Wand knallt. Ich bin ganz schnell wieder rausgeklettert, bevor ich mir ernsthaft was aufgeschlagen hab" 


"Wuten Sie schon, das gut 90 Prozent aller Menschen seekrank werden knnen? Das Komische ist ja nur, da man die restlichen zehn Prozent stndig trifft. Wo die anderen sind, ist mir wirklich ein Rtsel..." 


"Was wir an dem Abend gemacht haben, wollen Sie wissen? Ganz einfach. Erst war ja das "Captains Dinner" und dann der Abschiedsabend der Besatzung. Da sind wir natrlich gewesen. Dann sind wir gleich im Musiksalon geblieben. Der Minke sa da mit dem Mr. Greystone. Er hat uns eingeladen zu einem Drink. Ich kann Ihnen sagen, der Englnder vertrgt wirklich einiges. Der hat immer dagesessen wie stocknchtern. Einfach groartig!" 


"Nach dem Russischen Abend habe ich noch mit einigen Gentlemen im Musiksalon gesessen und einen Drink genommen. Ja, ich liebe den feinen Humor der Deutschen, wenn sie ein wenig getrunken haben. Aber was htte ich machen sollen, es wre wirklich unhflich gewesen, zu frh zu gehen. Als dann die Durchsage kam, mit der Sie auf meine Kabine gerufen wurden, bin ich natrlich auch gleich hochgekommen." 


"Das finde ich auerordentlich lobenswert von Ihnen, da Sie sich so aufopfernd um die Vorkommnisse hier an Bord kmmern. Ich wrde Ihnen ja so gerne helfen, aber wie?  Sehen sie, ich geniee diese Reise, die wunderschnen Landausflge, das gute Essen hier auf dem Schiff. Was fr mich neu war, da die Russen so hervorragende Weine in ihrem Land anbauen. Die lassen sich zum Teil mit den besten franzsichen Lagen vergleichen. Zu schade, da sogar hier der Kaviar knapp wird....  Aber zurck zu Ihrer Frage. Wissen Sie, ich kmmere mich nicht sonderlich um die vielen Menschen an Bord und kann Ihnen wirklich keine erfolgversprechenden Hinweise geben. Es tut mir so leid. Aber ich mchte Ihre kostbare Zeit nicht verschwenden." 


"Ich will es kurz machen, damit Sie gleich klar sehen: Nur zwei Stze also.1) Was ich ihnen gleich sagen werde, ist gelogen. 2) Was ich da eben gesagt habe, war die volle Wahrheit....  Das gengt Ihnen doch, oder?" 


"Sie sind ja ganz schn fix mit Ihren Ermittlungen. Aber so schnell sind Sie auch wieder nicht. Im Ernstfall knnten Sie nicht mal eine Schildkrte einholen.  Doch, doch, passen Sie gut auf: Sagen wir mal, das nette Tier heit Achilles. Achilles steht 20 Meter vor ihnen auf dem Deck. Sie laufen los, bis zu dem Punkt, an dem Achilles eben noch stand. Haben Sie den erreicht, ist Achilles schon ein Stck weiter. Also laufen Sie weiter bis zu dem Punkt, an dem Achilles jetzt ist. Und Achilles ist schon wieder etwas weiter. Und so setzt sich das fort. Und Sie werden Achilles nie einholen knnen...." 


"Wissen Sie, es ist eigentlich ganz einfach. Denken Sie nur an folgendes:  Alle widerspruchsfreien axiomatischen Formuliierungen der Zahlentheorie enthalten unentscheidbare Aussagen.  Mit Ihrer Kriminalistik wird das erst recht so sein. 


"In meinem Beruf braucht man einfach eine gute Nase. Immer die Bestandteile Ihrer Mischung, bei denen Sie am wenigsten daran gedacht haben, die bringen nachher den Knalleffekt. Ich sag Ihnen ja, beim Parfummischen lernt man frs Leben.  Haben Sie mal - so ganz von Schnffler zu Schnffler gesagt - an den Wacker gedacht? Der suft, der ist hinter allen Frauen her, der ist total pleite, also so auffllig, da er schon wieder unauffllig ist. Sie werden sich noch an meinen Rat erinnern!" 


Hier ist vielleicht was los! Haben Sie eigentlich mitbekommen, da der Olmaxis neulich fast geplatzt ist? Die Frau Schrader hat ihn beim Tischtennisturnier gnadenlos von der Platte geputzt. Mensch, war der sauer!" 


Ich finde diese Kreuzfahrt wirklich sehr erholsam. Ich habe beim Shuffle- boardspielen die Frau Dernicht kennengelernt. Sehr interessant, sich mit ihr zu unterhalten. Wuten Sie, da ihr Mann geschftlich mit Schrader zu tun hatte? Ralph mu dabei ziemlich ber den Tisch gezogen worden sein. Aber was das genau war, wei ich auch nicht. 


Eigentlich wollten wir in diesem Jahr ins Burgenland. Herrlich ist es da. Aber dann haben wir uns eben ganz schnell entschlossen, diese Kreuzfahrt in den sonnigen Sden zu machen. Mir gefllt es hier auf dem Schiff wirklich groartig. Nur der znftige Httenabend mit Glhwein, der fehlt mir doch...  Aber ich will Ihnen noch was sagen, was mir aufgefallen ist: Herr Frerkens war gestern abend sehr nervs." 


"Ach bleimse mir doch vom Hals. Erstens bin ich beschftigt, zweitens hab ich keine Lust, mich mit Ihnen zu unterhalten. Oder wollnse mir 'n Bier spendieren? Wenn wir dann 'n bichen ber Fuball reden, knnse bleiben. Sonst nich." 


Was ich von 20.00 bis 22.00 Uhr gemacht habe?  Also, diese Frage wirft, und da sind wir uns doch sicherlich vllig einig, mit Sicherheit eine Vielzahl von Problemen auf, die sorgfltig geprft und mit Ernst abgewogen werden mssen. So wrde ich eigentlich sagen wollen - in Anbetracht der vielfltigen Folgen dieser Aussage und der hier und heute unbedingt und ohne Einschrnkung notwendigen Offenheit und Aufrichtigkeit - da nach nchterner Analyse aller uns zur Verfgung stehenden Fakten klar und deutlich festgestellt werden kann: Im Bett." 


"Soll ich Ihnen was sagen? Von wegen "Fortschritt"! In meinem Betrieb ist das vllig anders. Seitdem ich wieder mit der Hand schreibe, gehen die Geschfte glnzend wie nie zuvor. Meine Schreibmaschine hab ich lngst eingemottet.  Sie sollten Ihr Augenmerk mal auf den Herrn Fliedge richten. Wenn es einer ist, dann ist er es - ein falscher Fuffziger. Da kann ich Ihnen Brief und Siegel drauf geben. Und jede beliebige Unterschrift." 


"Eigentlich wollte ich Ihnen von meinem letzten Projekt erzhlen. Eine tolle Sache - unserer Zeit weit voraus. Es handelt sich dabei um eine vllig neuartige Mhle, die komplizierteste allerdings, die bis jetzt menschlicher Geist ersonnen hat. Aber wie ich das so sehe, ist jetzt keine Zeit, darber zu reden.  Also mal zu den im Augenblick entscheidenden Dingen. Ja, gestern abend... Ich bin um neun etwa nochmal auf dem Bootsdeck gewesen, um etwas Frischluft zu schnappen. Auer mir war niemand da, kein Wunder bei dem schlechten Wetter. Als ich dann wieder nach unten gegangen bin, ist mir das Ehepaar Schrader begegnet. Sie schienen nicht gerade ein Herz und eine Seele zu sein. Sie sind in Richtung Achterdeck verschwunden." 


"Sie werden es nicht glauben. Aber fr alles, was mit kombinieren zusammenhngt, interessiere ich mich auerordentlich. Was meinen Sie, mit den Aussagen von Frau Sarah Neander und ihren Freundinnen haben Sie Probleme? Warten Sie - vielleicht kann ich Ihnen helfen.  Fnf Personen sind genannt worden, sagen Sie. Gut, wenn Sie die Reihen- folge nicht kennen, gibt das... Ja, es sind 120 Kombinationsmglichkeiten. Jetzt knnen Sie natrlich einfach knobeln und die drei verschiedenen Aussagen miteinander vergleichen. Die andere Mglichkeit wre, alle 120 Kombinationen aufzuschreiben und durchzusehen. Das ist natrlich 'ne Menge stumpfsinniger Arbeit. Aber - ein Tip: Es gibt doch jetzt diese neumodischen Dinger. Die Computer. Hier an Bord ist sicher einer. Nehmen Sie den!" 


"Gut, da wir uns sehen! Ich mu ihnen unbedingt was erzhlen. Wir haben an dem Landausflug nach Marrakesch teilgenommen, und meine Frau hat dort in den Souks ein phantastisches Armband gekauft. Stellen Sie sich vor, wirklich ein einmaliges, antikes Stck, das uns ein Hndler angeboten hat. Wir haben wie wild gehandelt und so einen doch recht gnstigen Preis erreichen knnen.  Und nun ist das gute Stck einfach weg. Seit gestern abend. Ich wei nicht mehr weiter...." 


"Hat Ihnen mein Mann schon von meinem Armband erzhlt? Wirklich ein wertvolles, phantastisch gearbeitetes Einzelstck. Und nun ist es weg! Zum "Captains Dinner" wollte ich es anziehen. Zusammen mit meinem neuen, arabischen Kleid aus der Boutique. Aber dann war es weg. Einfach weg. Ralphi hat mir erst nicht helfen wollen beim Suchen, weil er seinen linken Socken und die Zahnbrste vermite. Aber dann haben wir gemeinsam die ganze Kabine abgesucht. Und nichts gefunden. Ich htte das Armband doch besser in den Tresor beim Zahlmeister geben sollen..." 


"Nette Passagiere haben wir diesmal an Bord. Aber es ist komisch, so klug die Leute auch sein mgen - irgendjemand fllt immer auf die arabischen Hndler herein. Ich bin diesmal mit nach Marrakesch gefahren. Und was glauben Sie? Familie Dernicht kommt zum Bus zurck mit einem echt antiken Armband. Toll sag ich Ihnen, eins von der Sorte, wie sie dort an jeder Ecke verkauft werden. Wert - maximal fnf Mark. Und stolz waren die beiden auf ihren Handel... Aber Sie versprechen mir, das nicht weiterzusa- gen. Ja? 


"Freut mich auerordentlich, hier einen Kollegen zu treffen. Ja, das waren interessante Zeiten damals in Saarbrcken. Wenn es in diesem Geschft auch etwas mhsam ist, immer wieder bei Null anzufangen. Natrlich wrde ich Sie gerne untersttzen. Aber noch ist mir dieser Fall auch reichlich undurchsichtig. Aber lassen Sie mich nur machen. Irgendwie kann ich Ihnen vielleicht doch noch zu Hilfe kommen." 


"Was, Sie suchen den Brillantendieb? Da kann ich Ihnen mit Sicherheit einen Tip geben. Sie wissen ja, ich bin aus der Gastronomie, da lernt man Menschen beobachten und einschtzen. Mir ist da die Frau Oberbichler aus Kabine 2076 aufgefallen. Wie die auf dem "Captains Dinner" herumgewieselt ist. Immer mit dem Blick auf die Hlse der Damen und die Handgelenke der Herren. Wirklich, zu auffllig. 


"Ich mu meiner Frau zustimmen. Diese Frau Oberbichler ist mir auch aufgefallen. Auch die Tatsache, da sie nie lange irgendwo bleibt. Mal ist sie in der Bar, mal im Musiksalon, mal an Deck, dann wieder einfach verschwunden. Haben Sie diese Dame denn schon gefragt, wo sie in den entscheidenden Minuten vor dem Juwelendiebstahl gewesen ist? Sollten Sie wirklich mal machen." 


"Sie glauben es ja nicht. als vielbeschftigter Zahnarzt hat man es schwer - stets wird voller Einsatz und hchste Konzentration verlangt. Und wenn es mal danebengeht, dann schreit alles auf vor Schmerz. Ein schwerer Job, sag ich Ihnen.  Aber Schlu mit der Plauderei. Ich will ihnen da noch einen Tip geben. Haben Sie schon mal den Herrn Frerkens und die Frau Dichter beobachtet? Tun so als ob sie sich kaum kennen. Aber wenn es morgens bei der Gymnastik auf dem Sportdeck an die Partnerbungen geht, strmen sie aufeinander los wie die Stiere. Fast schon komisch. Irgendwie stecken die beiden wohl unter einer Decke. 
